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Als 1994 die Photovoltaikanlage in der Zeulsdorfer Straße ans Netz ging, war die EGG einer der ersten „Sonnenkraftwerker" weit und breit. Mehr noch: Mit der ersten Elektro-Tankstelle mit direkter Solareinspeisung setzte das Energieunternehmen auch bundesweit neue Akzente. Inzwischen produzieren die Solarmodule auf einer Fläche von 220 Quadratmetern emissionslosen Strom aus Sonnenlicht, der direkt ins Stromnetz eingespeist wird. Damit ist die Energieversorgung Gera GmbH der größte Solaranlagenbetreiber der Stadt. Ein Informationspavillon an der Zeulsdorfer Straße gibt über die aktuelle Energieproduktion Auskunft.
Solarzellen sind meist aus Silizium bestehende Halbleiterscheiben. Deren Oberseite wird mit Phosphor-Atomen und die Unterseite mit Bor-Atomen angereichert, so dass zwischen beiden Schichten ein elektrisches Feld entsteht. Trifft Licht auf die Solarzelle, entstehen dort freie Ladungsträgerpaare, die sich trennen. Die negativen Ladungsträger (Elektronen) gelangen zur Oberseite, wodurch sich an der Unterseite positive Ladung bildet. Zwischen Ober- und Unterseite entsteht eine Gleichspannung von 0,5 Volt. Um diese Spannung abgreifen zu können, sind auf der Zellenober- (Minuspol) und -unterseite (Pluspol) Kontakte aufgebracht. Um den Lichteinfall und damit die Leistung der Zellen nicht zu stören, sind diese auf der Oberseite netzartig verteilt und sorgen für das typische Aussehen der Solaranlagen. Die üblicherweise bläulich-schwarze Färbung der Zellen rührt von einer Beschichtung her, die verhindert, dass das Sonnenlicht von den eigentlich silbernen Zellen reflektiert wird.
Die über eine Solarzelle erreichte Spannung von 0,5 Volt reicht natürlich nicht aus. Um Sonnenenergie wirtschaftlich nutzen zu können, sind Spannungen von mehr als 12 Volt nötig. Dafür werden mehrere Solarzellen in Reihe geschaltet, es entstehen Solarmodule. Noch leistungsfähiger wird eine Anlage, wenn man wie in der Zeulsdorfer Straße mehrere Solarmodule zu leistungsfähigen Solargeneratoren zusammenschaltet. Doch reicht auch das noch nicht aus, um den Solarstrom zu nutzen. Da in den Modulen Gleichstrom erzeugt wird, das öffentliche Netz aber mit Wechselstrom arbeitet, muss noch ein Wechselrichter dazwischengeschaltet werden, ehe der Strom ins EGG-Netz eingespeist werden kann. Einmal „angezapft", ist die Sonne der umweltfreundlichste Energielieferant überhaupt: Sie steht - zumindest tagsüber - unbegrenzt und vor allem kostenlos zur Verfügung. Bei der Energieproduktion werden keine Klimagase freigesetzt, die Solarzellen sind weder optisch störend, noch erzeugen sie Lärm oder Gerüche.
Einziges Problem: Der „Produktionsrhythmus" entspricht nicht immer dem Verbrauchszyklus der Abnehmer - die Energie entsteht vor allem tagsüber, während Licht, Heizung und Unterhaltungselektronik vor allem abends genutzt werden. Der Solarstrom müsste also gespeichert werden, wofür es noch keine befriedigende Lösung gibt. Deshalb werden die öffentlichen Netze genutzt - man „schickt" den überschüssigen Strom durch die Leitungen, um ihn anderen Nutzern zur Verfügung zu stellen.