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News

"Herzfehler" am Kraftwerk behoben

03.08.2010
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„Wartung und Instandhaltung der Anlagen sind uns wichtig“, betont Kraftwerksleiter Wolfgang Reinke. „Hier machen wir weder Abstriche an der Häufigkeit der Prüfungen noch an der Qualität der Teile. Das hat sich wieder einmal ausgezahlt.“ Denn so wurde bei der jährlichen Boroskopie der Verschleiß an den Rotoren im Heizkraftwerk Gera-Nord festgestellt, bevor größerer Schaden entstehen konnte. Bei der Boroskopie werden per Minikamera in einem biegsamen Rohr selbst unerreichbare Bauteile genauestens überprüft: Staubablagerungen, Ölflecken, Abriebspuren oder Risse sind Hinweise auf Verschleiß und Anlass zur Besorgnis, erzählt Reinke. „Nachdem wir im vergangenen Jahr am Generator 1 solche Verschleißschäden hatten, haben wir dieses Jahr aus Sicherheitsgründen den Generator 2 auch überholen lassen.“ Rund 350.000 Euro lässt sich die Energieversorgung Gera GmbH (EGG) diese zusätzliche Betriebssicherheit kosten.
14 Jahre lang war der Rotor ohne Probleme oder Defekte nahezu rund um die Uhr im Einsatz gewesen. Schließlich produziert die im Auftrag der EGG durch die Kraftwerke Gera GmbH (KWG) betriebene Anlage das ganze Jahr über Strom und Fernwärme für 70.000 Strom- und 19.000 Wärmekunden der EGG. „Nach der Aufarbeitung durch Siemens gehen wir nun davon aus, dass der Rotor mindestens nochmal so lange funktioniert.“
Denn der Aufwand für die Kraftwerker ist enorm: Insgesamt zehn Wochen wird der Kraftwerksblock stillstehen, bis alle Arbeiten abgeschlossen sind. Die Umhausung musste entfernt, die Kühlkreise getrennt, alle Verbindungen zur Gas- und zur Dampfturbine gekappt und die Leitungen entleert werden, zählt Reinke auf. Schließlich wurde der 50 Tonnen schwere Generator auf Schienen gestellt und um etwa 10 Meter verrückt, um Platz für die Demontage des Rotors zu gewinnen: Ein Aufwand, der nur im Sommer betrieben werden kann, wenn die Anlage bei geringerem Wärmebedarf nur auf „Sparflamme“ läuft.
Am Freitag begann nach der Aufarbeitung in Essen der Wiedereinbau. Drei Wochen wird ein vierköpfiges Team von Siemens damit beschäftigt sein. Der kniffligste Teil klappte bereits reibungslos: Zentimeter für Zentimeter per Kran und Flaschenzug wurde der 20-Tonnen-Rotor in den Stator eingeführt, ohne anzuecken oder an anderen Teilen entlang zu scheuern - Denn selbst feinste Partikel an Abrieb können unabsehbare Schäden verursachen. Bis Mitte August soll die „Herz-Operation“ abgeschlossen sein; dann stehen noch Restarbeiten am Block 1 an, ehe nach einem arbeitsreichen Sommer der Heizwinter beginnen kann.